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por Berlino kaj Brandenburgio

W. T. Stead und die Katastrophe der RMS Titanic

William Thomas Stead † 15. April 1912

Gerade habe ich von dem tragischen Ende unseres Freundes W. T. Stead erfahren. Als Klara mir erzählt hat, was die Zeitungen über die Katastrophe des Luxusdampfers „RMS Titanic“ im Eismeer berichtet haben, erschien uns das als eine schreckliche Katastrophe, aber wir waren davon nicht persönlich betroffen.

Nun stellt es sich heraus, daß der Name von William Thomas Stead auf der Passagierliste stand. Weder wurde er unter den geretteten Passagieren entdeckt, noch wurde bisher seine Leiche aus den kalten Fluten des Nordatlantik geborgen.  W. T. Stead war als großer Mäzen und Förderer von Esperanto, vor allem im englischen Sprachraum bekannt.

Seit vielen Jahren hat er in seiner monatlich erscheinenden Zeitschrift „The Review of the Reviews“ eine Spalte für Esperanto reserviert. Diese Zeitschrift erschien auch in Ausgaben für Australien und die USA, wo damit wirksam Werbung für Esperanto gemacht wurde.

Stead hat sich immer schon für internationale Verständigung eingesetzt und dabei gerne praktische Unternehmen unterstützt. Er war sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. Es heißt, daß er auf Esperanto aufmerksam gemacht wurde, als er 1902 einer Veranstaltung in Leipzig teilgenommen hat, bei der es um die Förderung des Briefwechsels unter Schülern aus verschiedenen Ländern ging. Der Vertreter der deutschen Sektion, ein Martin Hartmann, drückte Stead ein dünnes Heft auf Französisch in die Hand, in dem die Grundzüge des Esperanto beschrieben wurden. Hartmann meinte, dieser Sprache würde die Zukunft gehören.

Nachdem Stead auch davon überzeugt war, hat er wie gewohnt zügig gehandelt. In „The Review of the Reviews“ wurde die Sprache erst als The Auxiliary International Language, dann als The International Key Language vorgestellt.

Im Verlag von „The Review of the Reviews“ erschienen bald ein Reihe von Unterrichtsmaterialien zu Esperanto. Preiswerte Ausgaben, die sich auch Schüler und Studenten leisten konnten.

In der Novemberausgabe von 1905 hat Stead selbst in der Rubrik  „Character Sketch“ ein herzergreifendes Portrait über den „Autor des Esperanto“ geschrieben. Er beschreibt mich als den Typ eines „vergeistigten deutschen Professors alter Schule.“ Viele Einzelheiten aus meinen Leben, die Stead niedergeschreiben hat, kann man auch in anderen Biografien finden. Aber er war es, der es nur wenige Wochen nach dem Kongress in Boulogne-sur-Mer niedergeschreiben hat.

Auch über den Kongress selbst schreibt er eine Menge netter Dinge. Für jemand, der wie ich, selbst dabeigewesen ist, nichts wirklich Neues.

Stead war zeitlebens ein engagierter Journalist mit vielfältigen Interessen. Manche meinen ihm unterstellen zu müssen, er hätte sich nicht aus vollem Herzen für Esperanto eingesetzt, sondern es nur als Mittel zum Zweck gesehen. Aber ehrlich gesagt, mir ist so ein Mensch, der im praktischen Leben steht, zupackt und Dinge in Bewegung setzt, tausendmal lieber als die lieben Esperanto-Freunde die nur über Esperanto reden, wann immer sie können.

Manche werfen ihm vor, er hätte nie richtig Esperanto gelernt und immer seine Sekretärin Eliza Ann Lawrence vorgeschoben. Aber – ey Leute – er hat definitv mehr für die Idee getan, warum ICH damals Esperanto in die Welt gesetzt habe, als die vielen, die sich stundenlang an Feinheiten der Grammatik abarbeiten und darüber den eigentlichen Sinn der Sprache als ein Mittel der Verständigung vergessen.

W. T. Stead ist es immer um Frieden und Völkerverständigung gegangen.

Im Vorfeld der 1. Friedenskonferenz in Den Haag hat er eine Reise quer durch Europa gemacht und versucht die Stimmung zu sondieren. Sogar Zar Nikolaus II. hat ihm empfangen, aber dazu mußte er quer durch Rußland ans Schwarze Meer reisen. Dann fuhr er mit dem Dampfer nach Konstantinopel und mit dem Orient-Express zurück nach Italien, dann über die Schweiz nach Paris und Brüssel. Er hat darüber gleich 1899 ein dickes Buch mit dem Titel „The United States of Europe on the eve of the parliament of peace“ geschrieben. Auf dem Weg nach Petersburg ist er nicht bei uns in Warschau vorbeigekommen, sondern von Berlin über Königsberg und Wilna gefahren.

Kein Wunder, daß es Stead, der immer auf Achse war, erwähnenswert findet, daß ich vor dem Kongress in Boulogne-sur-Mer noch nie im Ausland gewesen war, wenn man von meinem Studium in Wien absieht, und daß ich vor dem Ausflug nach Folkstone nie auf einem Schiff gewesen sei.

Auch bei der Reise mit der Titanic war Stead in einer Friedensmission unterwegt. Er wollte in beim „Congress of the Men and Religion Movement of America“ sprechen und es heißt, daß er bis zuletzt in seiner Kabine an seiner Ansprache gefeilt hätte. Die Rede wollte er am Sonntag abend, also am 21. April in der Carnegie Hall, New York halten. Also er zumindest hatte keine Eile und seinetwegen hätte die „Titanic“ nicht mit Volldampf am Eisberg vorbeischrammen müssen.

Dr. James A. Macdonald, Managing Director of the Toronto Globe, trat an seiner Stelle auf. In einer Broschüre vom Juli 1912 ist seine Ansprache abgedruckt. Es war ihm, als ob Stead zu ihm gesagt hätte: „Waste no time on me or on what I have done or tried to do, but speak, as I would have spoken, a straight, strong word for the cause into which I put the sweat of my life and the blood of my soul.

Es heißt, Stead hätte als bekannter Journalist gerne die Gelegenheit genutzt, bei der Überfahrt nach Amerika nicht irgendeinen lahmen Dampfer zu nehmen, sondern er wollte selbst dabei sein, wenn Kapitän Edward James Smith für die White Star Line das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung holte. Niemand konnte ahnen, daß etwas schiefgehen könnte. Die Titanic war das modernste und komfortabelste Schiff der Welt. Mit ihren 16 abschottbaren Abteilungen galt sie als praktisch unsinkbar.

Die Philosophie von W. T. Stead

Appeal 1906 Stead

Ich appelliere an alle, die wie ich, jung im Herzen, fest im Glauben und voll von Liebe zu ihren Mitmenschen sind, dabei mitzuwirken, die folgenden Ideale zu verwirklichen, die seit der Gründung von „The Review of the Reviews“ das Leitbild waren

  1. Internationale Brüderlichkeit auf der Grundlage von Gerechtigkeit und nationaler Freiheit, die sich im Bündnis zwischen den USA und Britannien zeigt, Internationale Vertrautheit und unterstützende Sympathie mit allen beteiligten Rassen und Verständigung
  2. Die Wiedervereinigung aller Religionen auf der zweifachen Grundlage des Zusammenschlusses aller, die allen dienen die leiden und der wissenschaftlichen Erforschung von Gottes Gesetzen, die in der materiellen und spirituellen Welt offenbart werden.
  3. Die Anerkennung der Menschlichkeit und des Bürgerrechts der Frauen, die sich in dem Spruch manifestieren „Was immer möchtest, das Frauen für dich tun, tu es für die Frauen.
  4. Die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen nach dem Prinzip: „Begib Dich an ihre Stelle und denke wie sie“
  5. Die Vereinfachung und Inspiration des Lebens durch die Verbreitung von Lesen, körperlicher Ertüchtigung, Spiele im Freien usw.

 


1905 11 p. 480 – 487 Character Sketch von Zamenhof

| 1906/04 | 1906/05 | 1906/06 | 1906/07 16 need for key language 37 – 38 raportoj humor  67/68 Esperanto in US sekularism | 1906/08: 147 Melbourne Genf Traduko | 1906/09 260 -261 Berichte  | 1906/10 : 351 Bline, Übersetzungsübung, 374 Esperanto als neutrale Sprache, Friedensbewegung | 1906 / 11 S. 665 Kongress Genf, Melbourne, Rotes Kreuz  | 1906/12 597 in den Niederlanden, 601 – 604 Kongress Genf, 631 Index für 1906

S. 37 , 147, 260, 351, 464

1908 xxx | 1911 / 08 (Werbung S. 4, Bahaii S. 601, Kongress Antwerpen S. 6011 | 1911 /09 Werbung, Hinweis La  Revuo S.Juli  S. 46, Kongrss Antwerpen S. 83

1912

| 1912/01 nur Werbung | 1912/02 S. 613 Rassenkongress, Aufruf, Spa, Pollen Rücktriff.| 1912/03 S. 46 Andre Michelin, Flieger will 20.000 Franc für junge Leute stiften, die Eo lernen | 1912/04 Kleine Meldungen (Edmond) Privat unterrichtet den König von Italien | 1912/05 S. 304 Dinner BEA, Privat und Braut bei Moscheles daheim am Sonntag, Übersetzung von z. Text auf Englisch. S. Nachruf Stead aus Australien | 1912/06 | 1912/07 |
1912 /06

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Ein Gedanke zu „W. T. Stead und die Katastrophe der RMS Titanic

  1. Auch von der Geschichte von Stead kann man einiges Lernen.
    Für Titanic Einsteiger empfehle ich das
    aktuell neuerschienen Buch „100 Jahre Titanic …“

    Weitere Infos unter:
    http://100-jahre-titanic.jimdo.com/das-buch/

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